Das «Provisorium Sylvie» endet

Nicola Siegrist, Co-Präsident KR-Fraktion

Die letzte Sitzung des Kantonsrats vor den Sommerferien war auch die letzte Ratssitzung unserer Kantonsrätin Sylvie Fee Matter. Nach zwölf Jahren tritt sie zurück und überlässt ihren Sitz der nachrückenden Barbara Dietrich. Damit ist Zeit, Sylvie für ihre langjährige Arbeit als Vertretung der SP6 und 10 zu danken.

Als Sylvie 2014 nach einem kurzen Jahr im Gemeinderat für die Kantonsrätin Monika Spring ins kantonale Parlament nachrücken konnte, vertrat sie die SP zuerst in der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG). Nach einigen Jahren in der Aufsicht über die Bildungsinstitutionen gestaltete sie anschliessend in der Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) die Bildungsgesetze mit. Als ehemalige Präsidentin des Studierendenrates der Universität Zürich und (mittlerweile) als Gymnasiallehrerin engagierte sich Sylvie während ihrer ganzen Zeit im Kantonsrat für eine sozialdemokratische, inklusive Bildungspolitik. Sie kämpfte unter anderem für die Zahlbarkeit des Hochschulstudiums, für eine ausserfamiliäre Kinderbetreuung, die sich alle leisten können, sowie für bessere Studien- und Arbeitsbedingungen an der Uni Zürich. Zuletzt brachte sie fast einen Vorstoss zur Mehrheit, mit dem sie den prüfungsfreien Übertritt ins Gymnasium vertieft prüfen lassen wollte. Mindestens so wirkungsmächtig wie in der Bildungspolitik agierte Sylvie hinter den Kulissen: im fraktionseigenen Ausschuss für Bildung, im Austausch mit den diversen Verbänden und in der geduldigen Allianzbildung über die Linke hinaus.

Ab 2019 sass Sylvie in der Geschäftsleitung des Kantonsrats und spätestens ab dann wurde sie zu einer wichtigen institutionellen Stütze für das gesamte Parlament. Nach dem traurigen Tod von Ruedi Lais 2021 stand es deshalb ausser Frage, dass Sylvie das Vizepräsidium und anschliessend das Präsidium des Kantonsrats übernehmen würde. Ihre Fähigkeiten wurden breit anerkannt, mit einem Glanzresultat wurde Sylvie 2023 zur höchsten Zürcherin gewählt. In der Folge führte sie den Kantonsrat äusserst umsichtig, mit viel Bewusstsein für die Wichtigkeit der demokratischen Institutionen und mit einem guten Händchen für die Widerspenstigsten unter den 180 Ratsmitgliedern.

In ihrer Rede zur Wahl als Ratspräsidentin meinte Sylvie, dass alle Kantonsrät*innen nur Provisorien in einem Provisorium seien (in Bezug auf das Rathausprovisorium beim Bullingerplatz). Nun findet auch das Provisorium «Kantonsrätin Sylvie Fee Matter» ein Ende. Als SP-Fraktion müssen wir eine wichtige Bildungspolitikerin und überzeugte Demokratin ziehen lassen. Als SP der Kreise 6 und 10 wissen wir, wie loyal Sylvie immer gegenüber der Partei und der Sache war und werden sie als Kantonsrätin vermissen. In der Hoffnung, dass es nicht das letzte Engagement von Sylvie war, sagen wir von Herzen Danke für die grosse Arbeit im Kantonsrat!

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